Um sowohl die Sicherheit als auch das Spielerlebnis zu gewährleisten, sind Kameras in Escape Rooms essentieller Bestandteil. Vergangenen Monat war in in den Prozess involviert, ein neues Kamera-System für diesen Zweck zu entwickeln. Hier ein paar Gedanken dazu.
Die Architektur
Das alte Kamera-System bestand aus einer Kombination von proprietären
Kameras, und einem extra dazu passenden Windows-Clients zur Anzeige. Das
funktionierte soweit gut, hatte aber natürlich den Nachteil des
Vendor-Lock-Ins. Außerdem war die Software nicht immer stabil und inzwischen
auch ziemlich in die Jahre gekommen.
Etwas neues musste her. Wir wollten ein System, das auf offenen Standards
basiert. So können wir Kameras einfacher austauschen, und verschiedene
Kameras für verschiedene Anwendungsfälle nutzen. Außerdem wollten wir die
Kameras direkt im Browser anzeigen können. Auf diese Weise müssen wir keine
zusätzliche Client-Software verwalten.
ONVIF & WebRTC
Nach einiger Recherche haben wir uns für eine WebRTC-basierte Lösung entschieden. Wir greifen auf die Kameras via ONVIF zu. Da Browser dies nicht nativ unterstützen, verwenden wir go2rtc als einen Relay-Server. Dieser erlaubt das dynamische erzeugen von WebRTC-Streams, welche wir dann im Browser anzeigen können. Zusätzlich erlaubt das integrierte ffmpeg ein Filtern des Audios für bessere Verständlichkeit
Kamera Anforderungen
Die neuen Kameras müssen also ONVIF unterstützen. Außerdem ist es wichtig, dass die Kameras eine gute Bildqualität liefern, auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Daher war auch ein Nachtsicht-Modus ein wichtiges Kriterium. Eine PTZ-Funktion (Pan-Tilt-Zoom) ist ebenfalls von Vorteil, um bestimmte Bereiche des Raums gezielt überwachen zu können. Während Audio auch eine Rolle spielt, ist gerade das 2 Wege Audio für uns weniger interessant.
Unsere Auswahl
Wir haben verschiedene Kameras getestet. Hier die drei Kandidaten, die uns am meisten überzeugt haben:
Reolink E1 Pro
Die Reolink E1 Pro macht eine gute Figur. Das Bild ist sehr klar,
Audio verständlich (aac-codec), und die integrierte PTZ-Funktion reagiert
schnell. Das Einrichten des ONVIF erfordert zwar ein paar Klicks in der App,
funktioniert dann jedoch einwandfrei. Die Kamera verfügt zudem über einen
Ethernet-Anschluss.
Wir haben uns für die schwarze Variante
entschieden, da diese besser im Hintergrund "verschwindet"
Dieses Modell ist unser Favorit.
Reolink E1 Pro
Tapo TP-Link C200
Die Tapo TP-Link C200 ist eine günstigere Alternative. Die Bildqualität ist gut, und die PTZ-Funktion funktioniert ebenfalls. Allerdings ist die Audioqualität nicht so gut wie bei der Reolink, und die Kamera hat keinen Ethernet-Anschluss. Das Einrichten in der App war hier angenehm einfach. Tapo TP-Link C200
Reolink RLC-520A
Falls PTZ nicht benötigt wird, ist die Reolink RLC-520A zu empfehlen. Auch wenn diese Kamera etwas teurer ist, so liefert sie auch eine deutlich bessere Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen. Diese Kamera ist zudem auch für den Außenbereich geeignet und verfügt über ein eigenes Web-Interface zur Konfiguration. Reolink RLC-843
Abschließend
Wir sind mit der neuen Lösung sehr zufrieden. Wir empfehlen, in jedem Fall auf den Support von ONVIF zu achten, da dies die Integration in bestehende Systeme deutlich erleichtert, und verhindert, dass man an einen Hersteller gebunden ist. Offene Standards sind hier mal wieder ein echter Vorteil.
geschrieben von einem Menschen